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Aussaat im Februar: Von Anzuchtschalen und Microgreens

Juckt es Ihnen auch schon in den Fingern? Können Sie es gar nicht mehr abwarten, bis endlich die neue Gartensaison startet? Dann haben wir heute einige Tipps, wie Sie den Beginn schon jetzt zelebrieren können. Der Trick ist, mit der Aussaat im Februar zu beginnen. Wir erklären Ihnen alles wichtige rund um das Thema und stellen Ihnen den neuesten Trend Microgreens vor.

Unsere Tipps zur Aussaat im Februar

Aussaat im Februar

Wer wissen will, woher sein Gemüse stammt, der muss es selbst anbauen. Einige Sorten profitieren dabei von einem Start ins Leben auf der kuschelig warmen Fensterbank. Wir erklären Ihnen hier die wichtigsten Fakten und Grundbegriffe rund um die Gemüseaussaat.

Der richtige Standort für die Aussaat?

Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, findet immer wieder Aussagen, dass die Samen unbedingt auf einer hellen Fensterbank abseits der Heizung stehen sollen. Warum ist das aber so? Zunächst ist ein hoher Lichtanteil für die meisten Samen entscheidend, um zu keimen und danach gesund wachsen zu können. Ein Süd-Ost-Fenster wäre also ideal für die kleinen Pflänzchen. 

Falls ein solcher Standort bei Ihnen zu Hause nicht zur Verfügung steht, dann empfiehlt sich der Einsatz einer Anzuchtlampe. Hier gibt es zahlreiche Varianten auf dem Markt. Einige Modelle arbeiten dabei mit Tageslichtweiß, also einer Lichtfarbe zwischen 5300 bis 6500 Kelvin. Dies imitiert die natürliche Sonne von draußen. Andere Lampen senden ein spezielles Farbspektrum aus rotem und blauem Licht aus. Dies soll die Photosynthese der Pflanzen verbessern, die Keimlinge sollen sich besser entwickeln und kompakter und gesünder wachsen. 

Neben dem Licht ist aber auch die Temperatur entscheidend. Direkt über einer Heizung sollten die kleinen Pflänzchen nicht stehen, da diese warme Luft das Substrat zu schnell austrocknet. Die Samen brauchen aber einen gewissen Grad an Feuchtigkeit, um keimen zu können. Bei einer Temperatur von um die 20°C geht dieser Vorgang meist gut voran. Ist das Keimen einmal erfolgreich überstanden, kann die Temperatur häufig sogar wieder auf um die 15°C sinken. 

Welches Aussaatgefäß nutzen?

Kokos Quelltabletten zur Aussaat

Die Auswahl ist wirklich groß: Anzuchttöpfchen, Torfquelltöpfe, Anzuchtplatten, flache Aussaatschalen – für jede Vorliebe bzw. alle Arten von Gemüsesamen gibt es ein passendes Gefäß. Wer keines davon hat, findet auch immer mal wieder DIY-Anleitungen, die alte Eierkartons oder Toilettenpapierrollen als Anzuchtgefäß nutzen. Letzten Endes eignet sich eigentlich jede flache Schale mit einem Loch im Boden.

Besonders beliebt sind momentan übrigens die Kokos-Quelltabletten. Hierbei ist das aus Kokosfasern bestehende Substrat nur mit einem feinmaschigen Netz aus meist Zellulose umwickelt, welches alles in Form hält. Man lässt das Ganze vor der Benutzung im Wasser quellen und kann dann direkt die Samen in die Tabletten einpflanzen – eine sehr unkomplizierte Lösung. Das Netz ist im übrigen kompostierbar und nicht umweltschädlich.

Da Samen zum Keimen eine hohe Luftfeuchtigkeit gern haben, kann übrigens eine Abdeckung für die Gefäße zu Beginn sinnvoll sein. Es gibt auch kleine Gewächshäuser für die Fensterbank, in die die verschiedenen Anzuchtgefäße gestellt werden können. Eine solche Anschaffung kann durchaus interessant sein, wenn man ein leidenschaftlicher Hobbygärtner ist. Eine günstigere Variante wäre z.B. Frischhaltefolie.

Warum als Substrat Anzuchterde verwenden?

Richtige Anzuchterde verwenden

Normale Gartenerde enthält meist nicht genügend Humus und ist eher lehmig. Diese Kombination ist daher für die Bildung neuer Wurzeln eher ungünstig. Die Anzuchterde hingegen ist speziell auf die Bedürfnisse junger Keimlinge ausgelegt und verfügt über die wichtigsten Eigenschaften: 

  • Besonders locker und durchlässig. Anzuchterde besteht zu einem großen Anteil aus Humus und Sand, kann also die Pflanzen gut mit Sauerstoff versorgen, aber auch Feuchtigkeit aufnehmen;
  • Weitestgehend keimfrei, ohne Schädlinge oder Pilzsporen. Da Jungpflanzen ein noch schwaches Immunsystem haben und sehr anfällig für Krankheiten sind, ist diese Erde viel sicherer als normale Gartenerde;
  • Nährstoffarm. Da die Nährstoffe nicht überall vorhanden sind, muss die Pflanze sie gezielt suchen – es bilden sich also viele neue, starke Wurzeln.

So bereiten Sie Ihre Aussaat richtig vor

Füllen Sie Ihre Aussaatgefäße mit Substrat und drücken dieses etwas fest. Lassen Sie einen Gießrand von ca 1 cm frei. Bringen Sie dann das Saatgut in die Erde – die Faustregel besagt ähnlich wie bei Blumenzwiebeln, dass die Körner so tief in die Erde gegeben werden sollten, wie sie auch groß sind. Eine dünne Schicht Erde kommt dann meist noch darüber, bevor Sie alles angießen. 

Achtung: Zum Gießen entweder eine Kanne mit sehr feiner Tülle oder besser noch eine Sprühflasche nutzen. So schwemmen Sie die Samen nicht wieder aus der Erde heraus. Wenn Sie eine Kokos-Quelltablette nutzen, ist das übrigens nicht nötig, da hier das Substrat bereits vollgesogen ist. Nun muss nur noch das Saatgut feucht gehalten werden. Aber Achtung: Keine Staunässe produzieren! Es droht sonst Schimmel. 

Ab auf die Fensterbank: Welches Gemüse aussäen?

Gemüse Aussaat im Februar

Im Prinzip lässt sich wirklich vieles schon auf der Fensterbank vorziehen. Achten Sie am besten auf die Angaben auf der Saatgut-Verpackung. Insbesondere Gemüse mit einer längeren Kulturdauer (z.B. Paprika oder Chili) sind schon jetzt im Februar die ersten Kandidaten für die Anzuchtschale. Weitere Gemüsesorten sind folgende: 

  • Auberginen
  • Bohnen
  • Fenchel
  • Knoblauch
  • Kohl, Kohlrabi, Blumenkohl
  • Lauch
  • Pastinaken
  • Salate (Kopfsalat, Endivien, Römersalat, Eisbergsalat, Radicchio usw.)
  • Sellerie
  • Spinat
  • Zwiebeln

Ein wenig später – frühestens Ende Februar, besser erst Mitte März – aussäen sollten Sie hingegen jene Pflanzen, die bessere Lichtbedingungen benötigen, damit sie gesund und stark werden können. Ein zu frühes Aussäen führt aufgrund des Lichtmangels dann zu einem Vergeilen, die Triebe werden also zu lang und weich, haben eine sehr helle Farbe und können später die Früchte nicht tragen. Dazu gehören z.B.:

  • Tomaten
  • Zucchini
  • Kürbisse 

Ab ins Beet: Auf die richtigen Mischkulturen achten!

Ist die Anzucht übrigens geglückt, heißt es irgendwann dann: Umzug ins Freie! Dabei sollten Sie auf die passenden Nachbarn achten. Denn Pflanzen beeinflussen sich gegenseitig in Ihrem Wachstum – mal positiv, mal negativ. Sind die Gemüse zum Beispiel sehr groß, beschatten sie den Boden um sich herum reichlich und verringern dadurch Verdunstung und Unkrautbildung. Pflanzensorten, die solche Bedingungen mögen, sollten dann daneben gesetzt werden. Eine bekannte Kombination sind hierfür Tomaten und Salat.

Es gibt zudem auch Partnerschaften, die sich gegenseitig Schädlinge vom Leib halten – prominentes Beispiel sind Möhren und Zwiebeln. Tomaten und Petersilie passen auch gut zueinander, da hier der Nährstoffbedarf miteinander harmoniert. Während die Petersilie nur wenig braucht, bleibt für die Tomate genug übrig.

Aussaat-Trend: Microgreens

Microgreens

Seit einiger Zeit schon hört man davon: Microgreens. Dieser Trend beschäftigt sich ebenfalls mit der Aussaat von Gemüse – allerdings nicht mit dem Ziel, diese groß und stark wachsen zu lassen. Hier geht es um die geballte Kraft der frischen Keimlinge, welche quasi schon kurz nach dem Sprießen wieder geerntet werden. Denn wie der Name “Microgreens” schon verrät, handelt es sich eben um die kleinen grünen Pflanzen.

Vorteil der Microgreens

Warum macht man das nun? Mühevoll bereitet man sich die Anzucht der Samen vor, nur um sie wenige Tage später schon wieder abzuschneiden. Der Grund dafür ist, dass die Keimlinge wahre Kraftpakete sind. In ihnen stecken jede Menge Proteine, Vitamine und Spurenelemente (z.B. Vitamin A, B6, C oder auch Eisen) – eben alles, was eine Pflanze für den Start ins Leben braucht. Doch auch uns tut das gut. Gerade im Winter profitieren wir von dieser Extraportion an Nährstoffen.

Zudem haben die kleinen Pflänzchen auch sehr viel Geschmack. Meist viel würziger, manchmal sogar regelrecht scharf, bringen sie Abwechslung in unseren Speiseplan. Mit ihnen lassen sich Salate genauso gut verfeinern, wie ein simples Brot mit Frischkäse. Oder Sie rühren die Keimlinge unter etwas Quark und essen diesen zu Kartoffeln. Wichtig ist: Die Pflänzchen dürfen nicht erhitzt werden und müssen direkt nach der Ernte auch verspeist werden. 

So ziehen Sie sich Microgreens

Am besten eignen sich schnellwüchsige Gemüse- und Kräutersorten für diesen Trend. Dazu gehören u.a. Senf, Kresse, Radieschen, Brunnenkresse, Schnittsalate, Dill, Koriander, Rotkohl, Buchweizen und Minze. Der Anbau ist wirklich sehr einfach, da er auf sehr kompaktem Raum stattfinden kann und nicht einmal sortenrein erfolgen muss. Einzig auf eine ähnliche Keimzeit müssen Sie achten und darauf, ob die Samen im Dunkeln oder im Hellen keimen. Schon können Sie loslegen – so geht’s:

  1. Eine Anzuchtschale mit Abzugslöchern ca 2 cm hoch mit feinkrümeliger Kompost- oder Anzuchterde füllen (Beigabe eingeweichter Kokosfasern erhöhen die Qualität des Substrats)
  2. Die Samen dicht aussäen und leicht mit der Erde andrücken, danach mit einer Sprühflasche intensiv anfeuchten
  3. Je nach Licht- oder Dunkelkeimer die Schale abdecken oder nicht (Lichtkeimer mit Frischhaltefolie abdecken, Dunkelkeimer z.B. mit gleich großer Schale oder Schicht lockerer Erde auf Samen)
  4. Täglich 2-3x lüften, die Keimlinge außerdem gleichmäßig feucht halten; zum Gießen frisches, zimmerwarmes Leitungswasser nutzen
  5. Nach 4-6 Tagen sind die Pflänzchen gewachsen und die Abdeckung kann dauerhaft entfernt werden
  6. Nach 10-14 Tagen (die Keimblätter und erste richtige Blattpaare sind ausgebildet) sind die Pflanzen reif zur Ernte
  7. Keimlinge etwa fingerbreit über der Erde abschneiden und sofort verarbeiten

Sie haben noch Fragen zur Aussaat im Februar?

Haben Sie jetzt auch Lust auf die Gemüse-Anzucht auf dem Fensterbrett bekommen? Brauchen Sie noch passende Samen oder Zubehör für die Anzucht? Dann wenden Sie sich einfach an unsere Mitarbeiter im Gartencenter. Wir stehen Ihnen jederzeit mit kompetenten Antworten und wertvollen Tipps zur Seite.

 

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