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Einkochen und mehr: clever Obst & Gemüse konservieren

Nach langer, harter Arbeit im heimischen Garten ist im August endlich die süße Zeit der Ernte angebrochen. Doch was mit ein paar kleinen leckeren Früchten beginnt, kann zur regelrechten Schwemme werden. Damit Ihnen Ihre Ernte aber nicht verdirbt, sollten Sie Ihr Obst & Gemüse konservieren! Wir erklären, was Sie dabei beachten sollten und wie Einkochen, Einlegen usw. funktioniert.

Obst & Gemüse konservieren – das sollten Sie wissen

Obst & Gemüse konservieren

Der größte Vorteil ist wohl der, den wir bereits eingangs erwähnten: Wenn Sie Ihre eigene Ernte konservieren, haben Sie noch lange Freude daran. Diese Praktiken stammen ja aus Zeiten, in denen man karge Winter eigenständig überbrücken musste und nicht einfach im Supermarkt frische Lebensmittel kaufen konnte. Doch das Konservieren bringt noch einige weitere Vorteile mit sich.

Darum lohnt sich Einkochen & Co.

Heutzutage wird Umweltschutz groß geschrieben. Wenn Sie Ihre eigenen Gartenfrüchte einlegen, einkochen usw. tragen Sie dazu bei. Denn es entfallen lange Transportwege von Lebensmitteln, die aktuell keine Saison haben, aber trotzdem im Supermarkt angeboten werden sollen. Sie hingegen müssen nur in den Keller gehen und ein Weckglas aussuchen, öffnen und genießen. 

Und nicht nur die Umwelt freut sich darüber, auch ihr Körper wird es Ihnen danken. Denn je nachdem, welche Technik Sie anwenden, bleiben zahlreiche Vitamine und Nährstoffe erhalten, die der Organismus in der dunklen Jahreszeit gut gebrauchen kann. Im Umkehrschluss werden ihm zudem keine Zusatzstoffe zugemutet. Was aus Ihrem Garten kommt, ist Natur pur! 

Das richtige Zubehör nutzen

Obst und Gemüsen richtig konservieren

Wer gerne seine Ernte haltbar machen möchte, sollte sich einmal kurz mit den dazu nötigen Materialien auseinander setzen. Je nach Technik gibt es hier nämlich verschiedenes zu beachten, angefangen bei dem geeigneten Behälter. Hier können Sie z.B. Gefrierbeutel oder Plastikgefäße nutzen, in den meisten Fällen werden aber Gläser verwendet. 

Dabei ist Glas übrigens nicht gleich Glas. Man unterscheidet gewöhnlich zwischen Weckgläsern, Spannbügelgläsern und Schraubgläsern. Bei den ersten beiden braucht es einen zusätzlichen Gummiring als Dichtung, das dritte funktioniert auch ohne gut. 

Weitere Utensilien zum Konservieren können zum Beispiel Einkochtöpfe oder Dörrautomaten sein. Beide sind sicherlich praktisch, lohnen sich aber eher nur, wenn tatsächlich ein reger Gebrauch stattfindet. Ansonsten können normale, große Kochtöpfe und der Backofen im Prinzip das gleiche leisten. 

Achten Sie auf Hygiene!

Das Ziel einer Konservierung ist es, Obst und Gemüse länger haltbar zu machen. Selbst wenn Sie noch die raffinierteste Technik anwenden, das leckerste Rezept zu Rate ziehen – alles nützt nichts, wenn Sie nicht penibel genau auf Hygiene achten! Alle Utensilien, vor allem Gläser und Deckel, sollten darum immer vor Gebrauch sterilisiert werden (z.B. durch Abkochen oder im Backofen). 

Außerdem müssen die verwendeten Deckel und Gummiringe immer vor Gebrauch auf Tauglichkeit geprüft werden. Deckel mit Rost oder anderen Defekten sollten Sie nicht nutzen. Gummiringe können porös werden und reißen. Sie sollten übrigens auch vorab in Essigwasser gekocht, dann gründlich abgespült und schließlich bis zu Ihrem Einsatz in Wasser eingelegt werden. So sind Sie hygienisch, geschmeidig und bereit für Ihre Aufgabe.

Clever ernten, schlau konservieren: 5 Arten

Wir schreiben also August, Sie sind ausgestattet mit Gläsern und Co., haben auch Platz in Keller, Schuppen oder Tiefkühltruhe gemacht und wollen nun loslegen? Dann müssen Sie als erstes ernten. Dazu eignet sich übrigens am besten der frühe Morgen, wenn der Tau schon verschwunden ist, aber die Mittagshitze noch nicht eingesetzt hat. Je nachdem, was Sie an Baum und Strauch dann vorfinden, können Sie mit diesen Früchten auf verschiedene Art weiter verfahren, um sie haltbar zu machen. 

1. Obst und Gemüse lagern

Obst und gemüse lagern

Es war früher ganz normal, Obst und Gemüse im Keller zu lagern. Doch heutzutage ist das nicht mehr ganz so einfach. Entweder, man hat dafür keinen Platz mehr oder der Keller ist schlicht nicht mehr für diesen Zweck geeignet. Denn für eine gute Lagerung sollten der Raum dunkel sein, eine konstante kühle Temperatur von 5-10°C haben und eine relative Luftfeuchtigkeit von mind. 80% aufweisen. 

Keller sind inzwischen häufig aber deutlich wärmer und zudem auch trockener. Wer ein eigenes Grundstück hat, kann dann aber auf Garagen oder Schuppen ausweichen (beide sollten frostsicher sein). Achten Sie zudem darauf, dass Gemüse und Obst stets getrennt voneinander gelagert wird, denn Obst verströmt Ethylen, welches ein Gas ist, das Gemüse weich werden lässt und es mit der Zeit ungenießbar macht. 

Zum Lagern gut geeignet sind beispielsweise Winteräpfel. Diese sollten nach Sorten getrennt aufbewahrt werden. Beim Gemüse sind Spätkartoffeln sehr typische Sorten für eine Lagerung. Aber auch andere Wurzelgemüse (z.B. Möhren) halten sich auf diese Weise gut eine Weile. 

2. Trocknen – ideal für Früchte und Kräuter

Früchte & Kräuter trocknen

Diese Methode ist wahrscheinlich eine der ältesten, die die Menschheit zum Konservieren von Lebensmitteln nutzt. Sie funktioniert so, dass den Produkten nahezu alle Feuchtigkeit entzogen wird. Dadurch können Bakterien und Schimmel hier quasi keinen Schaden mehr anrichten. Zudem wird das Trocknen meist sehr schonend, d.h. langsam durchgeführt, sodass dadurch auch viele Nährstoffe erhalten bleiben. 

Dabei gibt es drei gängige Wege: Entwede trocknet man die Früchte an der frischen Luft, im Backofen oder man nutzt spezielle Geräte wie etwa einen Dörrautomat oder Sonnendörrer. Eine besonders einfache Variante ist z.B. das Trocknen von Kräutern. Große Arten werden ausgelegt, während kleinblättrige Arten in Bündel kopfüber an einen dunklen, luftigen Ort gehängt werden. 

3. Einfrieren: So bleibt alles cool

Obst und Gemüse richtig einfrieren

Auch diese Konservierung ist bekannt dafür, dass hier besonders viele Nährstoffe erhalten bleiben. Und das über mehrere Monate, bei vielen Lebensmitteln sogar bis zu einem Jahr! Einfrieren ist prima geeignet für Obst (z.B. Beeren), aber auch für Gemüsesorten wie Erbsen, Bohnen, Mais, Möhren, Spinat oder Kohlrabi. Hingegen weniger schön lassen sich Kartoffeln, Radieschen oder auch grüne Salate einfrieren. 

Als Vorbereitung ist nicht viel zu tun: Das Gemüse oder Obst muss lediglich gut geputzt und dann klein geschnitten werden. Einige Gemüsesorten können auch zuvor blanchiert werden, damit sie beim Auftauen nicht zu matschig werden – das ist aber nicht Pflicht. Immer eine gute Idee ist es hingegen, das Ganze portionsweise einzufrieren. So ist das Auftauen später schneller und auch praktischer zu handhaben. Es sollte zudem darauf geachtet werden, dass in den Behältnissen und Tüten möglichst nur wenig Sauerstoff eingeschlossen wird. Dieser baut nämlich über die Zeit Vitamin C ab. 

Eine pfiffige Idee ist es übrigens, Kräuter einzufrieren. Dazu diese frisch ernten, waschen und klein hacken. Dann gleichmäßig in einen Eiswürfelbehälter verteilen und die Vertiefungen mit etwas Wasser auffüllen. Einmal eingefroren hat man so immer eine perfekt portionierte Menge Kräuter, die direkt wie sie sind ins Essen gegeben werden können. 

4. Gemüse einlegen – sauer und salzig, immer lecker!

Gemüse eingelegt, sauer und salzig

Eingelegtes Gemüse ist ebenfalls schon lange ein gängiger Weg zum Konservieren. Dabei wird mit einer sauren oder salzigen Flüssigkeit gearbeitet. Bekannte Varianten sind zum Beispiel saure Gurken oder auch eingelegte Oliven. Aber auch andere Gemüsesorten wie zum Beispiel Zwiebeln, Paprika, Sellerie, Gurken, Maiskölbchen und sogar Zitronen lassen sich einlegen. 

Zum Sauer Einlegen muss das Gemüse zunächst gewaschen und zerkleinert werden. Dann kocht man aus Essig, Zucker, Salz und verschiedenen Gewürzen, wie z.B. Senfkörnern, zusammen mit Wasser einen Sud. In diesem wird nacheinander das Gemüse weich gekocht, dann mit einer Schaumkelle herausgefischt und in ein Glas geschichtet. Zum Schluss den Sud nochmals aufkochen und heiß ins Glas kippen, bis es knapp unter dem Rand gefüllt ist. Gläser verschließen und auf den Kopf stellen. Der beim Abkühlen entstehende Unterdruck verschließt sie verlässlich.

Das Salzige Einlegen funktioniert ein wenig anders. Dazu muss das geputzte und zerkleinerte Gemüse direkt ins Glas geschichtet werden. Aus Essig oder Zitronensäure, Wasser und Salz wird dann ein Sud aufgekocht, der anschließend erst wieder etwas abkühlen muss. Dann diese Flüssigkeit über das Gemüse kippen, bis alles komplett bedeckt ist. Die Gläser gründlich schließen und dann kühl und dunkel lagern.

5. Einkochen und Einmachen

Obst und Gemüse einmachen

Marmeladen, Saucen, Kompott – Einkochen ergibt vielleicht die leckersten und vielseitigsten Ergebnisse der Ernte-Konservierung. Aber tatsächlich besteht bei diesen beiden Vorgängen ein kleiner, aber feiner Unterschied. Denn beide arbeiten zwar mit Hitze, aber nicht mit Konservierungsmitteln wie Gelierzucker. 

Einkochen: Saucen, Obst und mehr

Traditionelles Einkochen von Obst und Gemüse funktioniert wie folgt: Die Früchte werden in möglichst gleich große Stücke geschnitten und dann in die steril gemachten Gläser gegeben. Diese werden dann bis kurz unter den Rand mit kaltem Wasser aufgefüllt. Nun die Gläser verschließen und in eine mit Wasser gefüllte Form (z.B. eine Fettpfanne) in den Ofen schieben. Diesen auf 180°C sich aufheizen lassen. 

Beginnt die Flüssigkeit in den Gläsern zu perlen, wird der Ofen wieder ausgestellt. Die Gläser bleiben noch 30 Minuten bei geschlossener Tür darin und werden dann erst zum Erkalten herausgeholt. Das Ganze sollte kühl und dunkel gelagert werden, dann ist es für mehrere Monate haltbar.

Einmachen: Von süß bis scharf

Das Einmachen ist am bekanntesten durch Marmeladekochen geworden. Dabei werden die sauberen, entkernten und gleichmäßig klein geschnitten Früchte zusammen mit Gelierzucker in einen Topf gegeben. Das Mischverhältnis richtet sich nach dem Zucker. Das Ganze wird dann unter Rühren nur kurz (etwa 3 Minuten) aufgekocht. Härteres Obst wie zum Beispiel Pfirsiche können zuvor auch schon etwas weich gekocht worden sein. Verfeinert werden kann die Fruchtmasse nun noch mit Gewürzen (Vanille, Zimt) oder auch z.B. Likör. 

Die noch heiße Marmelade wird nun direkt in Gläser abgefüllt, sofort verschlossen und auf dem Kopf stehend abkühlen gelassen. Das entstandene Vakuum sorgt für eine gute Haltbarkeit. 

Eine andere Variante des Einmachens kennen einige vielleicht vom Chutney. Hierbei entsteht ein süß-saures oder auch scharf-fruchtiges Mus. Es wird gern aus Obst, Gemüse oder auch Kombinationen davon hergestellt, so z.B. Mango, Ananas, Zwiebeln oder Tomaten. Dabei wird statt Gelierzucker Essig, etwas Zucker und Gewürze (z.B. Knoblauch, Chili, Zimt, Ingwer) verwendet. Alles wird auch hier wieder gemeinsam gekocht und dann heiß in Gläser abgefüllt. Das aus dem indischen Raum stammende Mus passt zu nahezu allen Gerichten. 

Haben Sie noch Fragen zum Konservieren von Obst & Gemüse?

Stehen auch Sie vor einer reichen Ernte und wollen diese gern so gut und lange es geht auskosten? Sind Sie sich aber vielleicht unsicher, ob Ihr Obst und Gemüse z.B. zum Einfrieren oder eher zum Lagern taugt? Dann wenden Sie sich doch an die Mitarbeiter in unserem Gartencenter. Sie stehen Ihnen mit viel Know-How und tollen Tipps zur Seite.

 

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