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Blütenwunder in der dunklen Jahreszeit: Christrose

Wenn es kalt draußen ist, grünt und blüht auch nichts mehr? Nicht ganz! Denn es gibt sie, die kleinen, standhaften Gewächse, die selbst bei Schnee und Eis noch tapfer ihre Blüten öffnen. Eine davon ist die Christrose. Mit ihren wunderschönen, großen weißen Blüten ist sie ein wahrer Hingucker, wenn es draußen trist und grau ist. Erfahren Sie hier mehr zu der robusten Staude!

Steckbrief Christrose – was Sie wissen sollten

Christrose

Mit ihrer Wuchshöhe von 10-30 cm ist die Staude vielleicht nicht auf den ersten Blick die beeindruckendste. Aber Tatsache ist, dass die Christrose viele andere Eigenschaften mit sich bringt, die uns staunen lassen! So ist bereits ihr Laub sehr attraktiv. Die immergrüne Pflanze zeigt sich in einem dunkelgrünen Gewand mit fächerartigen Blättern, die in mehrere lanzettlich geformte Abschnitte gegliedert sind. Der Blattrand ist dabei häufig gezähnt. 

Die Blüten messen etwa 5-10 cm im Durchmesser und sind für gewöhnlich komplett weiß, während sich strahlend gelbe Staubblätter in der Mitte befinden. Es kann passieren, dass im Verblühen die Blüten eine zarte Rosafärbung bekommen. Der Christ- oder auch Schneerose sehr ähnlich ist die Lenzrose, weswegen die beiden auch oft verwechselt werden. Während die Christrose um Weihnachten herum blüht, öffnet ihre Schwester einen Hauch später im Jahr ihre Blüten (Februar-März). Dabei präsentiert sie auch eine etwas größere Farbauswahl von Hellrosa über Rot bis hin zu einem sehr dunklen Violett. Sie findet man auch in gefleckten oder gefüllten Varianten. 

Puristen bevorzugen häufig aber die Christrose. Sie stammt im Übrigen ursprünglich aus den östlichen Nord- und Südalpen. Man findet sie zudem im Apennin und Balkan. Durch ihre natürliche Verbreitung in einer Höhenlage von um die 1900 m ist sie an sehr kühle Umstände bestens gewöhnt. Darum ist es auch kein Wunder, dass sie ihre Schönheit um die Weihnachtszeit herum offenbart. 

Geschichte und Bedeutung der Schneerose

Mit ihrem zarten Äußeren beeindruckte die Staude schon immer die Menschen. Dass ein solch hübsches Pflänzchen in der dunklen Jahreszeit erblühen konnte, war einfach erstaunlich. Darum gilt die Schneerose seit jeher als ein Zeichen für Hoffnung und Unschuld. Sie jemandem zu schenken ist immer eine gute Idee, ist ihre Symbolik doch absolut positiv.

Es rankt sich sogar ein religiöser Mythos um die Rose. Demnach war ein Hirte auf dem Weg zu Jesus Christus’ Geburt und hatte aber kein Geschenk dabei. Darüber war er so traurig, dass er mehrere Tränen vergoss. Wo diese auf den Boden fielen, wuchsen Christrosen, die er dann pflücken und dem Heiland als Gabe mitbringen konnte. Auch hier zeigt sich wieder die Bedeutung von Hoffnung und Unschuld sehr deutlich. 

Christrose – Giftpflanze oder Heilpflanze?

Christrose

Wem die Namen Christ- oder Schneerose bisher noch nichts gesagt haben, der hat mit großer Wahrscheinlichkeit aber schon einmal von Nieswurz gehört. Dies ist ein weiterer Name für die Staude. Lange Zeit wurden nämlich ihre Wurzeln als Heilpflanze eingesetzt. Als Pulver regte es zum Niesen an und wurden ansonsten bei Herzleiden und Wahnsinn eingesetzt. 

Allerdings enthält die gesamte Pflanze verschiedene, giftige Inhaltsstoffe (z.B. Helleborin, Saponin und Protoanemonin), weswegen sie inzwischen nicht mehr konsumiert werden sollte. Symptome einer durch sie verursachten Vergiftung sind Schwindel, Durchfall oder auch ein Kreislaufkollaps. Die Pflanze sollte darum unbedingt von Haustieren und Kindern fern gehalten werden. Empfindliche Menschen tragen zudem bei der Arbeit mit ihr besser Handschuhe.

Tatsächlich findet Nieswurz in der Volksmedizin mancher Ethnie noch Verwendung. Bei uns darf sie aber nur noch als homöopathische Zubereitung eingesetzt werden. Dann soll ihre Anwendung als Brech- oder Abführmittel sowie bei Beschwerden des Wasserhaushalts oder mit dem Herzen helfen. Auch in der Frauenheilkunde greift man noch manchmal zu entsprechenden Präparaten. 

Der ideale Standort für die Christrose

In ihrer natürlichen Umgebung bevorzugen Christrosen buschige Hänge, lichte Buchen- und Buchenmischwälder sowie Fichten- und Eichenwälder. Dadurch lassen sich schon einige Rückschlüsse auf den idealen Standort für die Staude ziehen.

Halb(schattig) und halb(feucht)

Da sie im dunklen Winter ihre Hochzeit haben, ist es durchaus verständlich, wenn sie dann das bisschen vorhandene Licht auch gern abbekommen wollen. Der Hochsommer hingegen ist ihnen wieder aufgrund ihrer Herkunft zu viel des Guten. Darum empfiehlt sich eindeutig ein halbschattiger Standort. Hier stimmt sowohl das Licht-, als auch das Feuchtigskeitsverhältnis. Denn wenn die Schneerose eine Sache gar nicht mag, dann ist es komplette Trockenheit oder Staunässe!

Unter immergrünen Sträuchern oder Nadelbäumen kommt also längst nicht genug Licht an sie heran. Auch der unmittelbare Gebäudeschatten ist alles andere als geeignet. Denn je mehr Schatten vorhanden ist, desto weniger Blütenknospen werden sich ausbilden. Ein guter Pflanzplatz ist darum unter einem laubabwerfendem Baum oder Busch. Hier bekommen sie im Sommer genug Schatten und im Winter ausreichend Licht. Zudem fungieren die Laubblätter im Herbst wie eine Isolierdämmung für die Schneerosen. 

Nährstoffe sind gern gesehen

Natürlich müssen nicht nur die Helligkeit und Feuchtigkeit stimmen – die Bodenqualität ist ebenfalls entscheidend. Christrosen mögen es am liebsten nährstoff- und humusreich. Ein alkalischer bis neutraler Standort mit hohem Kalkgehalt wäre prima. Wenn das nicht von der Natur gegeben ist, muss der ausgewählte Platz unbedingt entsprechend vorbereitet werden. 

Magere und sandige Böden sollten am besten wenigstens zwei Spaten tief umgegraben und mit Kompost, organischem Dünger oder Mulch angereichert werden. Zusätzlich sollte auch reichlich Kalkschotter eingearbeitet werden. Wenn dann einmal alles stimmt, wird die Schneerose lange Zeit an ein und demselben Standort gedeihen, ohne weiteren Pflegeaufwand zu verursachen. Darum lohnt sich zu Anfang die genaue Überlegung des idealen Punktes für sie auch so sehr. 

So pflegen sie Ihre Christrose richtig

Wir haben es ja eben schon angedeutet: Einmal am richtigen Standort untergekommen, ist die Christrose enorm pflegeleicht. Sie muss nicht geteilt werden, sie muss nicht aus- und wieder eingepflanzt werden und ist im Prinzip sehr robust und winterhart. Die wirklich nötigen Handgriffe sind sehr wenige. Werden diese ordentlich ausgeführt, begleitet die Staude einen zwischen 20 bis 30 Jahre!

Einpflanzen und düngen

Die beste Pflanzzeit ist eigentlich der Oktober. Zu diesem Punkt haben die Wurzeln noch genug Zeit, um sich zu festigen. Das gilt allerdings nur für Pflanzen, die ohnehin schon unter freiem Himmel gezogen worden sind. Pflanzen aus dem Gewächshaus oder die im Topf eine Weile im Inneren des Hauses standen, müssen peu-a-peu an das Freiluftklima gewöhnt werden. Hier bietet sich eher ein Pflanzzeitpunkt gen Ende März an, da dann meist die intensiven Fröste vorüber sind. 

Einmal eingepflanzt empfiehlt sich ein Düngen zwei Mal im Jahr. Die erste Runde sollte noch während der Blütezeit (spätestens im Februar) stattfinden. Dann können sich die neuen Blätter gut ausbilden. Die zweite Düngerunde folgt dann im Hochsommer. Dann haben die Blüten später genügend Nährstoffe zur Verfügung. 

Falls Sie übrigens gern die Christrose im Topf oder Kübel hätten, verwenden Sie zum einen ein Gemisch aus Kübelpflanzenerde und lehmiger Gartenerde und denken Sie zum anderen daran, zunächst eine Drainageschicht aus Blähton in das Gefäß zu geben. Spätestens nach einem Jahr kann es der Staude dann zu eng im Topf werden, da sie sehr lange Wurzeln hat. Sie sollte darum perspektivisch ins Beet umsiedeln.

Muss eine Christrose geschnitten werden?

Im Prinzip gibt es keinen Zwang für einen Rückschnitt bei der Schneerose. Allerdings kann im November oder Dezember, also noch vor der Blütezeit, zumindest das alte Laub einmal entfernt werden. Dadurch kommt zum einen zunächst die Blüte besser zur Geltung, zum anderen haben später die jungen Blatttriebe mehr Platz. Außerdem ist es gleichzeitig eine Vorsichtsmaßnahme, da das Laub aus dem Vorjahr der Angriffspunkt für Pilzkrankheiten darstellt. 

Welche Krankheiten und Schädlinge befallen sie?

An und für sich ist die Christrose ein sehr robustes Gewächs. Allerdings gibt es einen Feind, für den sie relativ anfällig ist: die Schwarzfleckenkrankheit. Dabei bilden sich graubraune Flecken auf der Blattoberseite, später können auch große Flächen absterben. Darum sollte man unbedingt alle erkrankten Pflanzenteile abschneiden. Entsorgen Sie diese Abfälle besser in der Biotonne anstatt auf dem eigenen Kompost, da sich sonst die Krankheitserreger verteilen könnten. 

Etwas weniger oft passiert es, dass die Schneerose Probleme mit schwarzem Mehltau hat. Anzeichen dafür sind verfärbte Blätter, die zu welken beginnen. Stark befallene Pflanzenteile sollten so schnell wie möglich entfernt und vernichtet werden. Handelt es sich nur um einen leichten Befall, genügt ein sorgfältiges Ausschneiden. 

Nur gelegentlich wird die Schneerose im Übrigen von Blattläusen heimgesucht. Diese Schädlinge sitzen dann auf der Blattunterseite oder im Inneren älterer Blüten. Im Prinzip stellen diese keine wirkliche Bedrohung für das Überleben der Pflanze dar. Dennoch wollen viele Hobbygärtner diese kleinen Insekten lieber nicht in ihrer grünen Oase haben. Hier hilft es darum präventiv die abgeblühten Stängel gegen Ende April bis auf den Boden herunterzuschneiden. 

Der Trick mit dem Frostschutz

Falls Ihre erblühte Christrose mal den Kopf hängen lässt und fast schon kaputtgefroren aussieht – machen Sie sich keine Sorge! Das clevere Gewächs macht das in besonders kalten Nächten nämlich mit Absicht. Dann entzieht sie den Leitungsbahnen in ihrem Inneren das Wasser, damit der Frost sie nicht sprengt. Steigen die Temperaturen wieder, richtet sich auch die Rose wieder zu ihrer vollen Pracht auf! 

Dazu passt die Christrose

Christrose

Wir sagten es ja bereits: Die Christrose ist eine wahre Augenweide im Winter. Am besten gefällt es ihr im natürlichen Erdreich, eine Weile kann sie es aber auch gut im Pflanzkübel auf Terrasse und Balkon aushalten. Ob einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen Gewächsen – sie macht eine gute Figur! 

Naturnahe Gärten stehen ihr besonders gut. Kombinieren Sie die Staude mit Vorfrühlingszwiebelblumen wie Schneeglöckchen oder Winterlingen. Auch Zaubernuss, Purpurglöckchen, Silberkörbchen, kleine Zuckerhutfichten oder auch rote Scheinbeeren passen wunderbar, genauso wie immergrüne Gräser. 

Sie kann sogar im kleinen Topf im Wohnzimmer stehen und dort gerade zu Weihnachten einfach einen tollen Hingucker bilden. Dann sollte sie aber immer nur einige Stunden in der Wärme verbringen und dann wieder im kühleren Hausflur oder Wintergarten unterkommen. Im Übrigen ist die Christrose auch eine zauberhafte Schnittblume. Wer einen winter-weihnachtlichen Strauß sucht, sollte noch Seiden-Kieferzweige und Ilex-Äste ergänzen. Aber auch mit Nelken und und Eukalyptus entsteht ein wunderschönes Gebilde! 

Haben Sie noch Fragen zur Christrose?

Sind auch Sie dem Charme dieser wunderschönen Staude verfallen und hätten sie gern in Ihrem Garten? Sind Sie sich aber unsicher, ob der ausgesuchte Standort wirklich geeignet ist? Haben Sie vielleicht schon eine Schneerose daheim, die aber erkrankt ist und suchen nun eine Lösung? Dann wenden Sie sich doch an die Mitarbeiter in unserem Gartencenter. Sie stehen Ihnen mit viel Know-How und tollen Tipps zur Seite.

 

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